Auf Steinwegs Spuren

Was tun Menschen, die dem berühmten Sohn des Dorfes ein würdiges Andenken bewahren und interessierten Besucher(inne)n davon etwas zeigen möchten? Wenn es weder ein Geburtshaus noch ein Grab zu besichtigen gibt? 

Sie gründen einen Verein, erwerben mit vereinten Kräften einen echten historischen Steinway-Flügel von 1907 und veranstalten Heinrich Engelhard Steinweg zu Ehren mehrere Konzerte im Jahr. Sie freuen sich über das Werk des Vereinsvorsitzenden - eine Sitzbank in Flügelform im Dorfzentrum.  Sie gestalten ein Büchlein mit Geschichten aus Steinwegs Leben auf platt- und hochdeutsch, sie entwickeln die Idee zu einem Wanderpfad zwischen seinem Geburtsort Wolfshagen und seiner Wirkungsstätte Seesen, dem Steinway-Trail.


Und sie begeben sich auf Spurensuche: Was gab es alles schon zu seiner Zeit? Wie war das damals - oder könnte es gewesen sein? Was gibt es heute noch? Was haben Wolfshagen und Umgebung dem jungen Steinweg mit auf den Weg gegeben, dass er - trotz aller widrigen Umstände - ein so talentierter Künstler und Unternehmer werden konnte? Was können wir umgekehrt aus Steinwegs Geschichte lernen? Welche Werte und Eigenschaften machten seinen Erfolg möglich?

Wir überlegen, wie es wohl gewesen sein könnte in dem Wolfshagen von 1797 bis 1814, als Steinweg hier lebte. Versuchen, uns das Leben eines armen Köhlersohns, der als einziger seiner Geschwister und seine Eltern überlebte, vorzustellen. Stellen fest, dass es Orte gibt in unserem Dorf, die wir mit Steinweg teilen, die er damals besucht hat und die auch wir heute besuchen - die Kirche mit dem Taufbecken zum Beispiel. Bilden uns ein, dass auch Heinrich Engelhard schon - genau wie wir heute - staunend vor der jahrhundertealten "Stummeleiche" stand.


Traditionsbewusste und zugleich weitsichtige Bürger/innen besinnen sich auf Vergangenes und lassen das Köhlerhandwerk neuerdings einmal im Jahr wieder aufleben - um mit Freude auch den heutigen Generationen ein Verständnis für unsere bzw. Steinwegs Geschichte zu vermitteln. Andere sorgen dafür, dass das beinahe ausgestorbene Harzer Rote Höhenvieh wieder - wie zu Heinrich Engelhards Zeiten - auf Wolfshagens Bergwiesen weiden darf. Wir betrachten die Schätze unserer Natur, unserer Wälder und Wiesen heute nicht allein unter dem Erholungs- und Schönheitsaspekt: Wir sind uns auch bewusst, dass ohne diese Reichtümer der Natur - (Heil-)Kräuter, Beeren, Nüsse, Wurzeln, Samen, Pilze, Kleintiere - wohl unser berühmter Sohn kaum hätte überleben können. 


Und wir beginnen nun, auch die Besucherinnen und Besucher Wolfshagens an der Spurensuche zu beteiligen. Wir stellen Ihnen nach und nach die Orte vor, die wir auch heute noch mit Steinweg teilen. Wir nehmen Sie mit in die Vergangenheit, um Wichtiges für die Zukunft zu bewahren. Wir zeigen Ihnen die Schätze unserer Natur, ohne die unser Ort nicht entstanden und gewachsen wäre und es einen Henry E. Steinway niemals gegeben hätte.

Wir freuen uns, wenn Sie ein Stückchen mit uns gehen.

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